Synagoge Lichtenberg | Friedrichshain
Aktueller Straßenname: Frankfurter Allee 96
Ehemaliger Straßenname: Frankfurter Allee 189
Die Vereinssynagoge Lichtenberg war die erste Synagoge, die in dem Bezirk, welcher heute unter dem Namen Friedrichshain bekannt ist – Teile Lichtenbergs gehörten damals zum Gebiet des heutigen Friedrichshain –, gegründet wurde. Die Synagoge wurde 1905 von der ‚Israelischen Vereinigung Friedrichsberg und Umgebung e. V.‘ gegründet, einer jüdischen Organisation, die als Teil eines umfassenderen Netzwerks von Einrichtungen verschiedenste Dienst- und Hilfeleistungen für jüdische Anwohner des Stadtteils anbot. Die Etablierung der Synagoge war Folge des Anwachsens der jüdischen Gemeinde in diesem Bezirk, von 120 auf 2200 Mitglieder. Ursprünglich war sie im Hinterhof der Frankfurter Allee 189 untergebracht; doch im Jahre 1935 übersiedelte sie in großzügigere Räumlichkeiten, welche im ersten Stock eines Fabrikgebäudes in derselben Straße gelegen waren. Dieser neue Standort hatte Platz für rund 600 Besucher, und in den Nachbarräumen war das Beratungszentrum des Jüdischen Frauenzentrums zu finden. Außerdem beherbergte die Synagoge einen Leseraum für Kinder, eine Zweigstelle der Jüdischen Gemeindebibliothek und ein jüdisches Jugendzentrum. 1936 wurden Mitglieder der orthodoxen Vereinssynagoge Berlin-Lichtenberg in die Gottesdienste miteinbezogen.
Während des Pogroms vom 9. November 1938 schändete eine Nazi-Meute die Synagoge und zerstörte rund 20 Torah-Rollen sowie unzählige Möbelstücke. Nach diesen Ereignissen war alles öffentliche jüdische Leben aus dem Bezirk Lichtenberg verschwunden.
Bildquelle:
Koberstein, T., & Stein, N. (1995). Juden in Lichtenberg. Edition Hentrich.
Puvogel, U., Endlich, S., Goldenbogen, N., Herlemann, B., Kahl, M., & Scheer, R. (1999). Gedenkstätten für die Opfer der Nationalsozialisten: Teil 2. Bundeszentrale für politische Bildung.