Maja Sojref | Neukölln

„Es ist enttäuschend, dass viele nicht bereit sind, sich mit der Komplexität dieses Konflikts auseinanderzusetzen, Ambivalenzen auszuhalten und Empathie für das Leid der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten zu zeigen.“ (Oktober 2024)

 

Maja Sojref, im Ostberliner Bezirk Lichtenberg geboren und aufgewachsen, ist eine prominente Stimme, die sich mit den komplexen Dynamiken zwischen Israel, der Nahostpolitik und Deutschland auseinandersetzt. Seit Anfang 2023 ist sie als Geschäftsführerin des New Israel Fund (NIF) Deutschland maßgeblich an Bemühungen beteiligt, eine inklusive Gesellschaft in Israel zu fördern und die Resilienz der Zivilgesellschaft angesichts anhaltender Konflikte zu stärken. Die deutsche Zweigstelle des NIF in Berlin erlaubt es der Organisation, den deutschen historischen und politischen Kontext zur Geltung zu bringen, um sich für demokratische Werte, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit in Israel für alle seine Bewohner einzusetzen. Ein weiteres Ziel des NIF ist es, in Deutschland das Verständnis für die Arbeit der israelischen Zivilgesellschaft zu verbessern. Dabei arbeitet Maja Sojref daran, dem Diskurs über Solidarität mit Israel eine neue Ausrichtung zu geben und progressive Stimmen zu fördern, welche für Koexistenz, Menschenrechte und Demokratie eintreten. Ihre Aufmerksamkeit gilt der Mobilisierung der jüdischen Diaspora und dem Ziel, europäische Verbündete für israelische zivilgesellschaftliche Gruppen zu gewinnen, die diese Werte vertreten, auch und gerade da, wo solchen Bemühungen Widerstand begegnet. Trotz schwerer Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf humanitäre Hilfe in Gaza, bleibt Maja der Aufgabe treu, an einer Gesellschaft zu arbeiten, in der sich vielfältige Perspektiven entfalten können, und ein inklusiveres Verständnis von Solidarität zu schaffen, das polarisierte Narrative zu überwinden vermag.

Sojrefs Aktivismus beschränkt sich aber nicht nur auf ihre Rolle als Geschäftsführerin. Sie ist überdies eine äußerst produktive Autorin, die unter anderem Beiträge für Zeitschriften wie Blätter für deutsche und internationale Politik schreibt. In ihren Texten betont sie besonders die Solidarität mit der israelischen Zivilgesellschaft sowie die Notwendigkeit neuer Perspektiven, um die komplexe Realität der Region zu begreifen.

Zum Jahrestag der Ereignisse vom 7. Oktober 2023 teilte Sojref persönliche Erfahrungen in verschiedenen Medien über die unbeirrte Unterstützung für die verschiedenen Gemeinschaften, die am 7. Oktober angegriffen wurden, sowie über das Schicksal der Geiseln. Sie beschreibt dabei die Schwierigkeit in der Zeit nach dem 7. Oktober, Raum für Trauer zu finden, da der Schmerz schnell von politischen Debatten und von Polarisierung überschattet wurde. Sie plädiert für ein empathiegeleitetes Handeln und unterstreicht die Wichtigkeit von Jüdisch-Arabischen Allianzen und Graswurzelinitiativen wie etwa Standing Together, Sikuy-Aufoq und anderen. Und sie fordert deutsche Dialogpartner auf, den Stimmen aus der Region – sowohl israelischen als auch palästinensischen – mehr Raum zu geben, anstatt die ganze Aufmerksamkeit auf interne deutsche Diskurse zu richten.

Die Ausstellung

Navigating Between Gravities

Jüdisches Leben in Berlin, Damals und Jetzt

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